Brescia im Heiligen Jahr 2025
Als „Pilgerinnen und Pilger der Hoffnung“ machte sich in den Pfingstferien am 10. Juni 2025 Sr. Johanna zusammen mit unserem Schulseelsorger, Herrn Pfr. Dr. Leineweber, und einer kleinen Gruppe aus dem Kollegium in einem Kleinbus auf den Weg nach Brescia zu einer Wallfahrt auf den Spuren unserer Ordensgründerin, der hl. Angela Merici. Als kompetente und ortskundige Reiseführerin konnten wir Sr. Genoveva von den Ursulinen aus Düren gewinnen, die uns hervorragend zu den Stätten der hl. Angela führte und uns immer wichtige Informationen zum Leben der hl. Angela gab.
Nach einer langen, aber staufreien Fahrt kamen wir am Dienstagnachmittag in Brescia an und starteten nach einer Pause zu unserem ersten Gang in die Stadt, genauer zur Kirche „San Pietro in Oliveto“, einer Kirche in der Nähe des Castells, in der die hl. Angela oft zum Gebet und Gottesdienst war. Dort konnten wir in der jetzigen Sakristei ein altes Fresko betrachten, das die hl. Angela zu Füßen des Gekreuzigten zeigt. Ein sehr bekanntes Wort von ihr lautet: „Immer sei eure erste Zuflucht zu den Füßen des Gekreuzigten“. Während unserer Wallfahrtstage beteten wir in unserer Reisegruppe immer morgens gemeinsam eine vorbereitete und gestaltete Laudes und abends die Vesper, die Sr. Johanna vorbereitet hatte.
Am Mittwoch fuhren wir nach Desenzano, dem Geburtsort Angela Mericis, und besichtigten den Dom. Dann kauften wir für unser Picknick ein und fuhren weiter zu Le Grezze, einem Landhaus, in dem die hl. Angela viele Jahre gelebt hatte. Dort erwarteten uns schon Sr. Patricia und Sr. Armida, Ursulinen von der Römischen Union, denn wir hatten uns zu Feier des Gottesdienstes und Besichtigung mit anschließen-dem Picknick angemeldet. In der schönen Kapelle mit einer beeindruckenden modernen Ikone, auf der die hl. Angela zu Füßen des Gekreuzigten dargestellt ist, feierten wir die Eucharistie. Anschließend besichtigten wir das Haus, das als kleines Museum über die hl. Angela eingerichtet ist, und durften schließlich auf der Terrasse als unser Mittagessen picknicken. Danach begleitete uns Sr. Patricia zur nahe gelegenen Pfarrkirche, die der hl. Angela gewidmet ist, und in der eine sehr große Statue der hl. Angela auf der Empore steht. Sie zeigt Angela als recht junge Frau mit Ähren in der Hand und zeigt sie als Frau mit „weitem und sehnsüchtigem Herzen“, wie sie selbst in einem Zitat schreibt, „Seid wachsam mit weitem und sehnsüchtigem Herzen“.
Am Abend fuhren wir noch zu einem Ort am Gardasee, wo wir unser Abendessen einnahmen.
Der Donnerstag war unser „Brescia-Tag“ auf den Spuren der hl. Angela. Zunächst besuchten wir die Kirche St. Angela gleich in der Nähe unserer Unterkunft und beteten vor dem Sarkophag der hl. Angela und konnten für 11.30 Uhr einen Termin für den Gottesdienst vereinbaren. Anschließend gingen wir weiter durch die Stadt und schauten uns das Haus von Agostino Gallo, einem Wohltäter Angelas, sowie den alten und neuen Dom an. Schließlich kehrten wir zur Angela-Kirche zurück und feierten dort am Sarkophag der hl. Angela die Eucharistie. Nach unserer Mittagspause setzen wir den Angela-Weg durch Brescia fort und besichtigten die Kirchen San Clemente, Sant’Agatha und die Kirche der Franziskanerminoriten, San Francesco, mit dem herrlichen Kreuzgang, den bereits die hl. Angela so erlebt und gesehen hatte. Abschließend besichtigten wir noch die Angela-Kirche mit ihrer Krypta und ihrem kleinen Museum sowie den Kapitelsaal, in dem wohl die hl. Angela zusammen mit einigen Gefährtinnen am 25. November 1535 die Compagnia di Santa Orsola gegründet hatte. Am Abend gingen wir noch gemeinsam in einer Pizzeria zum Essen.
Am Freitag war der Festtag des hl. Antonius von Padua, der in Italien sehr verehrt wird. So feierten wir das Hochamt in der Franziskanerkirche mit und fuhren anschließend nach Desenzano, wo wir unser Auto parkten, um mit dem Schiff auf die Halbinsel Sirmione zu fahren. Dort schauten wir uns zunächst die Kirche San Pietro in Marvino an, eine wunderschöne alte Kirche aus dem 8. Jahrhundert mit gut erhaltenen Fresken. Anschließend machten wir Mittagspause und kehrten ein. Danach konnte jeder noch ein wenig die Insel erkunden oder kleine Einkäufe erledigen, ehe wir mit dem Schiff wieder zurück nach Desenzano und von dort zur Unterkunft fuhren. Schließlich war dann auch unser letzter Abend in Brescia und auf unserer Wallfahrt gekommen, den wir wieder auf dem Domplatz in einer Pizzeria beim Abendessen ausklingen ließen.
Am Samstag, 14. Juni machten wir uns wieder auf den Heimweg nach Würzburg und konnten mit vielen guten Erfahrungen und beeindruckenden Erlebnissen, vor allem aber mit einer größeren Nähe zur hl. Angela, von der wir viele Ansätze und pädagogische Grundsätze in unserer schulischen Arbeit umsetzen wollen. So sind wir dankbar für diese gemeinsamen Tage, die wir in froher Gemeinschaft verbringen durften, und die uns auch spirituell und kulturell bereichert haben.
Sr. Johanna Ankenbauer, OSU









