Tag des geweihten Lebens

im Kloster Oberzell am 1. Februar 2026

800 Jahre Franz von Assisi – Gottvernarrt – Armutsverliebt – Gemeinschaftserprobt

Zum Tag des geweihten Lebens lud das Ordensreferat in diesem Jahr zu einer Veranstaltung am Sonntag, 1. Februar 2026, ins Kloster Oberzell ein. Mehr als 120 Ordensleute verbrachten zusammen mit unserem Bischof Franz den Nachmittag und konnten einander zunächst bei Kaffee und Kuchen in den beiden Refektorien der Oberzeller Franziskanerinnen begegnen und sich austauschen. Im Antonie-Werr-Saal begrüßten zunächst Sr. Juliane Seelmann, die Generaloberin der Oberzeller Franziskanerinnen, als Gastgeberin sowie Sr. Johanna Ankenbauer als Ordensreferentin den Bischof und alle Anwesenden und beide freuten sich über die große Teilnehmerzahl. Sr. Dr. Katharina Ganz OSF referierte im Anschluss über ihren Ordensvater, den Hl. Franziskus, dessen 800. Todestag in diesem Jahr gefeiert wird. Sie hatte ihren Vortrag unter das Thema: „Franz von Assisi – Gottvernarrt – Armutsverliebt – Gemeinschaftserprobt“ gestellt und brachte uns das Leben und den Lebensprozess von Franz von Assisi näher und stellte immer auch eine Verbindung zu unserem Leben als Ordenschristen heute her. Um Franziskus als Narr etwas näherzubringen, trat sie zunächst zu Beginn in einer Pantomime als „Narr“ mit Clownsnase und einfachem Gewand auf, ehe sie ihren Vortrag begann. Beim Aspekt „gemeinschaftserprobt“ kamen die Teilnehmenden in Kleingruppen bei einer „Conversatio in spiritu“ mit verschiedenen Impulsfragen miteinander ins Gespräch und teilten einander mit, was sie an Franz von Assisi am meisten beeindruckt, und was er für ihr Leben bedeutet. Am Schluss des Vortrags bedankte sich Ordensreferent Domvikar Paul Weismantel bei Sr. Katharina für ihren Vortrag und bei der Oberin Sr. Rut als Vertreterin des gastgebenden Haus für die Gastfreundschaft und liebevollen Vorbereitungen.

Nach dem bereichernden und lebendigen Impuls von Sr. Katharina feierten wir gemeinsam in der Mutterhauskirche die Vesper zum Fest der Darstellung des Herrn. Im Altarraum stand eine sehr schöne Ikone zum Festgeheimnis, die auch auf dem Liedblatt abgedruckt war. Diese Ikone zeigt im Hintergrund die Prophetin Hanna, wie sie unter dem Volk predigt. Bischof Franz gab bei der Vesper einen spirituellen Impuls, bei dem er auf die drei Generationen und das Loslassen einging – das Loslassen des Jesuskindes, das Loslassen Marias und das Loslassen der betagten Generation, versinnbildlicht durch Simeon und Hanna. Zum Antwortgesang waren alle eingeladen, eine Votiverze vor der Ikone im Altarraum zu entzünden und dort in einem Behälter aufzustellen.

Alles in allem war es ein gelungener und bereichernder Tag, der viele schöne Begegnungen sowie Bestärkung und Ermutigung für die eigene Berufung ermöglichte. Aus unserem Konvent waren Sr. Katharina, Sr. Roselin und Sr. Johanna bei der Veranstaltung.

Sr. Johanna Ankenbauer OSU